Konkreter Unterstützungsbedarf im Alltag
Die StruktUHR visualisiert Zeit und unterstützt Menschen dabei, den Tagesablauf als Abfolge von Ereignissen zu verstehen. In Anlehnung an den TEACCH-Ansatz macht sie sichtbar, was gerade passiert, wie lange ein Abschnitt dauert und was als Nächstes folgt.
Die StruktUHR wurde in der Stiftung Haus Hall entwickelt. Die Stiftung vereint verschiedene Arbeitsfelder unter einem Dach – von Frühförderung, Kita und Förderschule über Wohnangebote bis hin zu Werkstätten und Seniorenbereichen. Unterstützte Kommunikation hat hier seit vielen Jahren einen festen Platz. Eine eigene Arbeitsgruppe beschäftigt sich kontinuierlich mit Methoden und Materialien, um Kommunikation und Teilhabe zu unterstützen.
Die Idee hinter der StruktUHR
Die erste Version der StruktUHR entstand aus einer konkreten Situation im Werkstattalltag: Ein Beschäftigter mit Autismus begann seine Berufsbildung in der Werkstatt Haus Hall. Der Übergang von der Schule in die neue Umgebung war für ihn herausfordernd. Viele Abläufe waren ungewohnt: neue Räume, neue Personen, andere Tagesstrukturen. Häufig war unklar, was gerade ansteht oder wann bestimmte Ereignisse stattfinden.
Gemeinsam mit seinem Gruppenleiter entwickelte er eine visuelle Uhr, die seinen Tag übersichtlich darstellt. Schritt für Schritt entstand ein Prototyp, der ihm half, Zeiten für Arbeit, Pausen, persönliche Interessen und den wichtigen Zeitpunkt der Busabfahrt klar zu erkennen. Die visuelle Struktur gab Sicherheit – und machte den Tagesablauf verständlicher.


Vom Prototyp zum Produkt
Nachdem sich diese individuelle Lösung im Alltag bewährt hatte, entstand die Idee, ein solches Hilfsmittel auch anderen Menschen zugänglich zu machen.
Eine interdisziplinäre Projektgruppe aus verschiedenen Bereichen der Werkstätten Haus Hall entwickelte die StruktUHR weiter. Fachkräfte aus Unterstützter Kommunikation, Technik, Produktion, Einkauf sowie Marketing arbeiteten gemeinsam daran, das Konzept zu verbessern und für den Einsatz in unterschiedlichen Lebensbereichen nutzbar zu machen.
In einer Testphase wurden Prototypen der StruktUHR in verschiedenen Einrichtungen erprobt – unter anderem in Kitas, Förderschulen, Wohngruppen, Werkstätten, therapeutischen Angeboten und Familien.
Die Rückmeldungen aus der Praxis bestätigten den Nutzen:
Die visuelle Darstellung von Zeit unterstützte Orientierung, reduzierte Unsicherheit und erleichterte Übergänge im Tagesablauf.
Fertigung in den Werkstätten Haus Hall
Heute wird die StruktUHR in den Werkstätten Haus Hall gefertigt – dort, wo sie auch entstanden ist.
Viele Arbeitsschritte übernehmen Mitarbeitende mit Behinderungen selbst: vom 3D-Druck einzelner Bauteile über die Montage bis zur Verpackung und zum Versand.
So verbindet die StruktUHR zwei Ziele:
Sie unterstützt Menschen im Alltag – und schafft gleichzeitig sinnvolle Arbeitsmöglichkeiten in den Werkstätten.


